Hoffnungswind

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Manchmal muss man MAUERN überwinden, um die HERZEN der MENSCHEN zu erobern.

" Die Vertragsstaaten erkennen an, dass ein geistig oder körperlich behindertes Kind ein erfülltes und menschenwürdiges Leben unter Bedingungen führen soll, welche die Würde des Kindes wahren, seine Selbständigkeit fördern und seine aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft erleichtern. "
Artikel 23 der UN Kinderrrechtskonvention

Vor fast 20 Jahren haben außer den USA und Somalia alle Staaten der Erde die UN Kinderrechtskonvention unterzeichnet und Russland hat die Konvention im August 1990 ratifiziert. Dies bedeutet, dass der russische Staat sich verpflichtet hat, für die Wahrung der Rechte eines jeden Kindes Sorge zu tragen und dessen Entwicklung zu fördern.
Bis heute aber hat man den Eindruck, als gelte dies für Kinder mit Behinderung in Russland nicht. Was ist ein menschenwürdiges Leben? Beginnt es da, wo ein Kind am Leben bleibt statt schon nach der Geburt das Recht auf Leben verwirkt zu haben, weil es eine Behinderung hat? Reicht es, wenn das Kind zu essen bekommt und ein Platz zum schlafen findet? Oder braucht es nicht Liebe, Fürsorge, Akzeptanz, Teilhabe und Förderung, um ein würdiges Leben zu führen?
In Russland ist Behinderung nach wie vor ein Tabuthema. Menschen mit Behinderung leben am Rande der Gesellschaft, zum größten Teil immer noch in staatlichen Heimen ohne jegliche Förderung und Kontakt zur Gesellschaft. Einige bezeichnen diese Ort, als Endstation der Gesellschaft, an den man hinkommt, um zu sterben.
Sicher gibt es in Russland Gesetze, die jedem Menschen mit Behinderung eine Therapie und benötigte Hilfsmittel zusichern, aber wie viele andere Gesetze existiert auch dieses eher nur auf dem Papier.
Mit unserem Projekt möchten wir praktische Hilfe in Zusammenarbeit mit engagierten Menschen vor Ort leisten. Menschen, die uns Mut für unser Projekt gemacht haben, weil sie entgegen aller Widerstände aus der Gesellschaft ihre Kinder nicht in Heime gaben, sondern ihnen ein Leben in der Familie ermöglichten.
Was ihnen fehlt ist ein Förderangebot für ihre Kinder. Bis heute herrscht die überzeugung in Russland vor, dass Kinder mit Behinderung nicht lernfähig seien. Hinzu kommt, dass viele PädagogInnen und LehrerInnen keine Erfahrung im Umgang mit Behinderung haben und deshalb eine Aufnahme in den Kindergarten oder die Schule ablehnen. Durch gezielte, qualitativ hochwertige Förderung wollen wir in unserem Projekt Kinder im Alter von 1 bis 7 Jahren in ihrer Entwicklung soweit unterstützen, dass sie eine Schule besuchen können.
Zu diesem Zweck haben wir 2007 mit dem Aufbau von Fördergruppen & der Qualifizierung von Fachkräften in Samara begonnen. Nach über zwei Jahren haben wir es geschafft, ein eigenes kleines Frühförderzentrum einzurichten, in dem fünf PädagogInnen (meist mit Ausbildung: Defektologie bzw. Korrektionspädagogik) mit Weiterbildung in den Themen Diagnostik, Musiktherapie, Autismus und Bewegung, mit 35 Kindern arbeiten.
Dies alles haben wir geschafft mit viel Mut, Überzeugung, der Liebe zu den Kindern und finanzieller Unterstützung aus Deutschland.
Viel haben wir erreicht, aber es bleibt noch einiges zu tun!